NOTRUF – und was Sie dazu wissen müssen
Am 18. März 2009 trat die neue Notrufverordnung in Kraft.
Unter anderem wird in der Notrufverordnung neben der europaeinheitlichen Notrufnummer 112 die in Deutschland seit Jahrzehnten eingeführte Notrufnummer 110 festgeschrieben, die traditionell für den Polizeinotruf genutzt wird.
Für die Bürger, die einen Notruf über ein Mobiltelefon absetzen wollen, ist es wichtig zu beachten, dass es spätestens ab dem 1. Juli 2009 erforderlich sein wird, dass in das Mobiltelefon eine so genannte SIM-Karte eingelegt wird und diese betriebsbereit ist. Dabei handelt es sich um eine kleine mit einem Chip versehene Karte, die man bei Abschluss eines Mobilfunkvertrages von seinem Dienstanbieter ausgehändigt bekommt und auf der sich die Daten befinden, die den Anschluss gegenüber dem Netz technisch berechtigen.
Die Änderung gegenüber dem bisherigen Verfahren, bei dem Notrufe auch ohne SIM-Karte abgesetzt werden konnten, wurde notwendig, um dem Missbrauch der Notrufnummer 112 Einhalt zu gebieten. In Spitzenzeiten waren nach Angaben der Notrufabfragestellen über 80 Prozent aller Anrufe missbräuchlich. Das führte dazu, dass Notrufe von Menschen, die sich wirklich in Not befanden, nur verzögert bearbeitet und diesen damit Hilfeleistungen erst verzögert bereitgestellt werden konnten. Eine Möglichkeit, diese Art des Notrufmissbrauchs zu verfolgen, bestand nicht, da hierbei aus technischen Gründen keine personenbezogenen Daten erhoben werden konnten. Mit der neuen SIM-Karten-Regelung wird sich dies ändern. Weiterhin ist trotz der mit einer SIM-Karte einhergehenden Bindung an einen Dienstanbieter sichergestellt, dass Notrufe zur "112" auch dann abgesetzt werden können, wenn man sich gerade in einem Gebiet aufhalten sollte, das nicht vom eigenen, sondern nur von einem anderen Mobilfunkanbieterversorgt wird.
Notrufnummer
112
Die 112 ist mittlerweile eine europaweit eingeführte Notrufnummer. Über
diese Nummer erreichen Sie in Deutschland die Feuerwehr und den
Rettungsdienst 24 Stunden am Tag.
Die 112 ist bundesweit nicht kostenpflichtig und ist
ausschließlich für NOTRUFE reserviert. Der Missbrauch des Notrufs wird
allerdings geahndet und ist mit Geld- oder Gefängnisstrafen abzubüßen.
Die Nummer des Anrufers wird im übrigen (auch bei analogen Anschlüssen)
übermittelt und kann so jederzeit nachverfolgt werden.
Dennoch scheuen Sie sich nicht die Feuerwehr oder den Rettungsdienst zu
verständigen. Auch wenn Sie ein Feuer selbst gelöscht haben oder sich
ein ursprünglich medizinischer Notfall als doch nicht so dramatisch
erweist und kein Transport ins Krankenhaus erforderlich wird, diese
Einsätze sind für Sie mit keinen Kosten verbunden.
Mobil
Beachten Sie, dass sich Ihr
Handy unabhängig von Ihrem Standort in ein benachbartes Funknetz
einbuchen kann und Ihr Anruf daher u. U. nicht bei der zuständigen
Leitstelle aufläuft. Nennen Sie daher unbedingt Ihren Aufenthaltsort,
damit der Notruf an die richtige Stelle geleitet wird.
Wie Sie die Feuerwehr oder den Rettungsdienst richtig verständigen lesen
Sie unten.
Notrufnummer
110
Die 110 ist bundesweiter Notruf der Polizei.
Dieser ist wie die 112 nicht kostenpflichtig und 24 Stunden am Tag
besetzt. Die Polizei und die Feuerwehr, bzw. der
Rettungsdienst werden oftmals von örtlich getrennten Stellen alarmiert,
d.h. das nicht immer automatisch, wenn Sie die Polizei verständigen auch
ein Rettungsmittel der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes hinzukommt.
Informieren Sie daher bei Verkehrsunfällen mit Verletzten vorrangig die
Feuerwehr und den Rettungsdienst über die 112, automatisch wird durch
diese auch die Polizei verständigt.
Mobil
Beachten Sie, das nicht alle Mobilnetzbetreiber die 110 als Notruf
vorgesehen haben, d.h. dieser kann u. U. von Ihrem Handy nicht als Notruf
erkannt werden. Wählen Sie daher die 112.
Rufnummer
19222
NOTRUF – was sie Sagen müssen:
5 „W“-Fragen
Wo
ist es passiert?
Nennen Sie Ihren Ort, den Stadtteil, die Strasse und die
Hausnummer!
Was ist passiert?
Beschreiben Sie was passiert ist, z.B. ein Verkehrsunfall oder
ein Sturz aus großer Höhe.
Wie viele Personen sind
betroffen?
Nennen Sie die Anzahl der Verletzten oder in Not geratenen
Personen. Auch wenn sich noch Menschen bei einem Brand im einem Gebäude
aufhalten ist diese Information wichtig!
Wer ruft an?
Nennen Sie Ihren vollständigen Namen und eventuell Ihre
Rückrufnummer.
Warten auf Rückfragen!
Legen Sie nicht gleich auf. Falls der Disponent nicht alles
verstanden hat oder noch Fragen hat, sollten Sie auf jeden Fall am
Telefon bleiben.
Alternative Notrufmeldeeinrichtungen
Sollten Sie einmal in eine Notsituation geraten in der Sie nicht sofort ein Telefon zur Verfügung haben stehen Ihnen an vielen öffentlichen Stellen Alarmierungsmöglichkeiten zur Verfügung.
öffentliche Telefone
Von jedem öffentlichen Telefon können Sie über
die Nummern 112 und 110 schnelle Hilfe erhalten. Sie benötigen dazu
weder Kleingeld noch eine Telefonkarte! Die Nummer des Telefons wird
der Feuerwehr oder der Polizei mit dem Standort auf einer Karte
angezeigt, so dass jeder Anruf sofort zurückverfolgt werden kann.
Druckknopfmelder
Diese roten Kästen finden sich in vielen öffentlichen Gebäuden und auch
in Betrieben. Je nach Ausführung kann der durch das Drücken des Knopfes
ausgesandte Alarm entweder bei einer zentralen Stelle im Gebäude
auflaufen und/ oder zur Feuerwehr weitergeleitet sein. Das heißt, dass
u. U. beim Betätigen eines Druckknopfmelders nur der hausinterne
Räumungsalarm ausgelöst wird, wodurch alle im Gebäude befindlichen
Personen aufgefordert werden, das Haus zu verlassen. Auf jeden Fall
sollte aber nach Betätigen eines Druckknopfmelders die Feuerwehr darüber
hinaus per Telefon über die 112 informiert werden.
Notrufsäulen
Die Notrufsäulen finden sich hauptsächlich an Bundesstraßen und Autobahnen. Von Ihnen kann ein Notruf abgesetzt werden. Das Prinzip ist ähnlich wie bei den öffentlichen Telefonen, denn die angerufene Stelle – in dem Fall entweder die Autobahnmeisterei oder die Feuerwehr- bzw. Rettungsleitstelle – kann durch die Nummer erkennen wo sie sich befinden. Die Leitpfosten entlang der Strasse weisen Ihnen durch einen schwarzen Pfeil am oberen Ende die Richtung zur nächstgelegenen Notrufsäule.